Infolge der starken Verflechtung mit den Krisenbranchen Auto und Bau wird die chemische Industrie weltweit durch die Rezession stark getroffen. Wir erwarten für 2009 einen Rückgang der Chemieproduktion (ohne Pharma) (–2,0 %). Mittelfristig gehen wir von einem leichten Wachstum aus (+1,5 %).
Ausblick zur Chemieproduktion 2009 (ohne Pharma) Reale Veränderung gegenüber Vorjahr

In Europa rechnen wir wegen des schlechten Geschäftsklimas und partieller Stilllegungen von Produktionskapazitäten mit einem Produktionsrückgang (–4,7 %). Faktoren sind einerseits die Rückgänge in der Bau- und Autoindustrie, andererseits der Lagerabbau in vielen Abnehmerbranchen. Auch der Nettoexport nach Übersee geht zurück. Eine moderate Belebung wird erst ab 2010 prognostiziert (+1 %).
In den USA wird die Chemieproduktion durch die einbrechende Inlandsnachfrage auch im Jahr 2009 sinken (–5,6 %). Die branchenspezifische Konjunktur wird sich erst im zweiten Halbjahr etwas erholen – vorausgesetzt, die Bau- und die Automobilbranche stabilisieren sich und die Kundenindustrien bauen ihre Läger wieder auf. Die Produktion wird auch im Jahr 2010 nur geringfügig ansteigen (+1,2 %) und sich erst ab 2011 normalisieren.
Trends 2008–2011 (ohne Pharma) Durchschnittliche reale jährliche Veränderung

Wir erwarten für Asien (ohne Japan) eine deutliche Abschwächung der Chemiekonjunktur (+2,4 %). Parallel dazu verlangsamt sich die Industrieproduktion erheblich.
Chinas Chemiewachstum vermindert sich deutlich, bleibt aber im internationalen Vergleich stark (+6,1 %). Bedeutende chemieintensive Abnehmerindustrien wie Auto, Elektro, Haushaltswaren und Spielzeuge werden die Produktion reduzieren. Auch vom Export in die Industrieländer und vom Handel innerhalb Asiens bleiben die früheren starken Impulse aus. Mittelfristig erwarten wir ein durchschnittlich stärkeres Wachstum (+5,2 %).
In Japan sinkt die Chemieproduktion im Jahr 2009 (–5,4 %). Die Abschwächung wird sowohl durch den abflauenden Binnenmarkt als auch durch den Exporteinbruch verursacht.
Unsere Prognose für die Chemieproduktion in Südamerika haben wir reduziert (+1,4 %). Die realwirtschaftlichen Effekte der globalen Finanzkrise sind indirekt spürbar, da auch hier die Exporte der großen Abnehmerbranchen negativ betroffen sind. Die Industriekonjunktur wird infolge der steigenden Zinsen schwächer. Mittelfristig rechnen wir mit einer leichten Erholung (+2,7 %).
AUSSICHTEN DER CHEMISCHEN INDUSTRIE FÜR 2009: WELTWEITER EINBRUCH DER CHEMIEPRODUKTION UM –2,0 %
- Europäische Union: Schlechteres Geschäftsklima, Stilllegung von Kapazitäten, Rückgang der Produktion (–4,7 %)
- USA: Einbruch der Binnennachfrage, rückläufige Chemieproduktion (–5,6 %)
- Japan: Abschwächung der Inlandsnachfrage und des Exports, sinkende Chemieproduktion (–5,4 %)
- Asien (ohne Japan): Abschwächung des Industrie- und Exportwachstums, geringeres Wachstum des Handels innerhalb der Region, Anstieg der Chemieproduktion (+2,4 %), kräftiger Zuwachs in China (+6,1 %)
- Südamerika: Schwächere Industriekonjunktur, geringere Exporte, Wachstum der Chemieproduktion (+1,4 %)
