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Prognose der wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft verzeichnet die stärkste Krise der Nachkriegszeit, deren Auswirkungen auch das Jahr 2009 prägen werden. Wir erwarten eine Rezession mit einem Rückgang des globalen Bruttoinlandsprodukts (–0,3 %). In den Industrieländern geht das Wirtschaftswachstum besonders markant zurück (–1,6 %). Frühindikatoren signalisieren, dass die Produktion mindestens bis in das zweite Quartal hinein rückläufig sein wird. Für das Jahr 2010 rechnen wir mit einer moderaten Erholung. Erst ab dem Jahr 2011 ist mit einer Annäherung an das Normalwachstum von über +3 % zu rechnen. Allerdings ist derzeit jede Vorhersage mit größten Unsicherheiten behaftet.

Ausblick zum Bruttoinlandsprodukt 2009 Reale Veränderung gegenüber Vorjahr

Ausblick zum Bruttoinlandsprodukt 2009 (Balkendiagramm)

Infolge der Krise auf dem Finanzmarkt und in weiten Teilen der Industrie wird in Europa mit einem schwierigen ersten Halbjahr gerechnet. Das Wirtschaftswachstum wird 2009 trotz einer leichten Aufhellung im zweiten Halbjahr sinken (–1,5 %). In Großbritannien und Spanien werden die Bauinvestitionen vor allem im Wohnungsbausektor im Zuge der Rezession schrumpfen. Europaweit stark rückläufig ist auch die Automobilindustrie. In Deutschland, Benelux und anderen Ländern mit hoher Exportabhängigkeit ist mit einem deutlichen Rückgang der Exporte zu rechnen. Die angekündigten Konjunkturprogramme werden die Auftriebskräfte etwas stützen. Mittelfristig erwarten wir ein leichtes Wirtschaftswachstum (+0,4 %).

Trends 2008–2011 Durchschnittliche reale jährliche Veränderung

Trends 2009 – 2011 (Balkendiagramm)

In den USA rechnen wir für 2009 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (–2,0 %). Dies liegt an der weiter stark abnehmenden Inlandsnachfrage sowie an rückläufigen Investitionen im Wohnungsbau. Auch das Wachstum des privaten Konsums wird wegen negativer Vermögenseffekte sowie abnehmender Beschäftigung zurückgehen. Die neue US-Regierung hat massive Konjunkturstützungen im Volumen von fast 900 Milliarden US$ in den nächsten beiden Jahren geplant. Wegen anhaltend schwieriger Marktbedingungen erwarten wir mittelfristig ein geringes Wirtschaftswachstum (+0,9 %).

In Asien (ohne Japan) wird das Wachstum vor allem durch die Rezession der wichtigsten Exportmärkte USA, EU und Japan beeinträchtigt. Der Rückgang betrifft besonders die ASEAN-Länder sowie China und Taiwan. Die private Konsumnachfrage und die solide Bauaktivität stützen jedoch das Wirtschaftswachstum 2009 (+4,5 %). Mittelfristig wird ein robustes Wachstum erwartet (+5,7 %).

In Japan rechnen wir für 2009 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (–1,5 %). Die aktuelle Finanzkrise trifft Japan vor allem indirekt über die starke Aufwertung des Yen gegenüber dem US-Dollar. Sowohl die japanische Inlandsnachfrage als auch der Export werden sich weiter abschwächen. Parallel zu dieser Entwicklung lässt die Investitionsbereitschaft der Unternehmen nach. Mittelfristig wird mit einem Wachstum nahe Null gerechnet.

Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Südamerika wird 2009 absinken (+2,3 %). Der Verfall der Rohstoffpreise wird vor allem Venezuela und Brasilien treffen. Trotz der Zinsanhebungen in Brasilien und Argentinien gehen wir von einer weiterhin soliden Binnenkonjunktur aus. Der Trend zur Renationalisierung in einigen Teilen Südamerikas erschwert es, langfristige Investitionen zu tätigen. Mittelfristig wird das Bruttoinlandsprodukt etwas stärker wachsen (+3,0 %).

FÜR DAS JAHR 2009 GEHEN WIR VON DEN FOLGENDEN RAHMENBEDINGUNGEN AUS:


  • Rückgang des globalen Bruttoinlandsprodukts (–0,3 %)
  • Im ersten Halbjahr anhaltend kritische Lage in den USA und vielen Ländern Europas und Japan infolge der Kreditkrise
  • Leicht verbessertes Wirtschaftsklima im Spätherbst durch fiskalische Impulse, niedrige Inflation und Energiepreise sowie gestärktes Vertrauen
  • Im Jahresverlauf 2009 krisenbedingte Niedrigzinsen in den USA und in Europa
  • US-Dollar-Wechselkurs von durchschnittlich 1,30 US$ pro Euro
  • Anhaltend niedriger Ölpreis von im Jahresdurchschnitt 50 US$/Barrel