Service
Allgemeine
Informationen
Letzte Aktualisierung: 11.03.2010
Seitenende
Bestandteil des geprüften Konzernabschlusses beziehungsweise Konzernlageberichts

C – Akquisitionen und Devestitionen

BASF akquirierte im Jahr 2009 die Ciba Holding AG (Ciba), Basel/Schweiz. Am 9. April 2009 erlangte BASF durch Erwerb der im Rahmen des öffentlichen Übernahmeangebots angedienten Aktien die Kontrolle über Ciba. Bis Ende Juni 2009 wurden die restlichen nicht angedienten Anteile erworben, so dass BASF nunmehr alle Anteile der Ciba hält. Ciba, ein führendes globales Spezialchemieunternehmen mit mehr als 12.500 Mitarbeitern und Kunden in mehr als 120 Ländern, produzierte Kunststoffadditive, Pigmente und Fotoinitiatoren für eine Vielzahl von Branchen. Ciba-Produkte werden ebenso für die Papierherstellung und Abwasserbehandlung verwendet. Der Kaufpreis für die am Übernahmetag gehaltenen 95,8 % der Anteile der Ciba betrug 2.178 Millionen € (3.314 Millionen CHF) und setzte sich aus mehreren Komponenten zusammen: Im Jahr 2008 wurden Anteile im Wert von 330 Millionen € erworben. Im Jahr 2009 akquirierte BASF vor Kontrollübernahme Anteile im Wert von 88 Millionen €. Am 9. April 2009 zahlte BASF für die im Rahmen des öffentlichen Übernahmeangebots angedienten Aktien 1.735 Millionen €. Zusätzlich fielen Anschaffungsnebenkosten in Höhe von 25 Millionen € an.

Die folgende Übersicht gibt die vorläufigen Buch- und beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden per 9. April 2009 wieder.

  Download (Download XLS xls, 18 kB)

Vorläufige Kaufpreisallokation der Akquisition der Ciba im Jahr 2009 (Millionen €)

 

 

Historische Buchwerte

Anpassungen an beizulegende Zeitwerte

Zeit-
werte zum Erwerbs-
zeitpunkt

Langfristiges Vermögen

2.838

585

3.423

Sachanlagen

1.419

347

1.766

Geschäfts- oder Firmenwert

459

–459

Übriges immaterielles Vermögen

510

585

1.095

Übriges langfristiges Vermögen

450

112

562

 

 

 

 

Kurzfristiges Vermögen

1.801

208

2.009

Vorräte

883

208

1.091

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

391

391

Übriges kurzfristiges Vermögen

527

527

Vermögen

4.639

793

5.432

 

 

 

 

Langfristiges Fremdkapital

2.411

378

2.789

Pensionsverpflichtungen

682

54

736

Sonstige Rückstellungen

274

93

367

Latente Steuerschulden

97

359

456

Finanzschulden

1.304

–128

1.176

Übrige Verbindlichkeiten

54

54

 

 

 

 

Kurzfristiges Fremdkapital

929

6

935

Fremdkapital

3.340

384

3.724

Anteile anderer Gesellschafter

28

73

101

 

 

 

 

Nettovermögen

1.271

336

1.607

Geschäfts- oder Firmenwert

 

 

571

 

 

 

 

Gesamtkaufpreis

 

 

2.178

BASF hat die erworbenen Ciba-Aktivitäten vollständig in die BASF-Gruppe, überwiegend in das Segment Performance Products, integriert. Der Geschäfts- oder Firmenwert repräsentiert die bei der Kaufpreisallokation nicht separierbaren Werte. Es handelt sich im Wesentlichen um das Know-how der Mitarbeiter und Synergien aus der Integration der erworbenen Geschäfte sowie der Zusammenlegung funktionaler Einheiten. BASF rechnet mit jährlichen Einsparungen in Höhe von über 450 Millionen €, die vollumfänglich erstmals Ende 2012 erzielt werden.

Zum Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2009 trug Ciba mit –739 Millionen € bei. Dieses Ergebnis ist unter anderem auf Wertminderungen in Höhe von 263 Millionen € zurückzuführen. Diese betrafen im Wesentlichen das SAP-System der Ciba, welches im Rahmen der Integration ersetzt wird, sowie das Sachanlagevermögen von Standorten, die nicht weitergeführt werden. Insgesamt war das Ergebnis der Ciba durch Aufwendungen für die zügig ergriffenen Integrations- und Restrukturierungsmaßnahmen belastet, die unter anderem als Sondereinflüsse in Höhe von 718 Millionen € ausgewiesen wurden. Bei einem Einbezug der Ciba in den Konzernabschluss der BASF seit dem 1. Januar 2009 hätten die Proforma-Umsatzerlöse 51.411 Millionen € und der Jahresüberschuss 1.341 Millionen € betragen. Die ungeprüften Proforma-Angaben sind nur für Vergleichszwecke angeführt, stellen nicht zwangsläufig die Ergebnisse dar, die sich ergeben hätten, wenn die Transaktion zum 1. Januar 2009 erfolgt wäre, und sind nicht für die Prognose zukünftiger Entwicklungen und Ergebnisse geeignet.

Die Kaufpreisallokation der Akquisition der Ciba ist vorläufig und kann nach IFRS innerhalb eines Jahres nach dem Übernahmezeitpunkt auf Grund endgültiger Informationen angepasst werden.

Im Rahmen der Akquisition der Ciba wurden BASF durch die europäischen und US-amerikanischen Kartellbehörden Devestitionsauflagen erteilt. Bis zum Ende des Jahres 2009 konnten die Geschäfte mit DMA3 (Dimethylaminoethylacrylat, ein chemisches Zwischenprodukt), HALS (sterisch gehinderte Amine, für Kunststoffanwendungen) sowie Styrolacrylat (für die Papierindustrie) veräußert werden. Des Weiteren wurde ein Lizenzvertrag zur Herstellung von UV-Filtern (Lichtschutzmittel) für Hautpflegeprodukte abgeschlossen. Die Geschäfte mit den Pigmenten Bismuthvanadat und Indanthron-Blau wurden bis zur Fertigstellung des Jahresabschlusses veräußert. Das Geschäft mit Trockenverfestigern für die Papierindustrie konnte nicht im vorgegebenen Zeitrahmen veräußert werden. Auf Anordnung der europäischen Kartellbehörden wurde das Verkaufsmandat an einen Treuhänder übergeben.

Des Weiteren akquirierte BASF am 31. Juli 2009 das Distributionsgeschäft für Bauchemikalien der Rimal Engineering in Abu Dhabi/Vereinigte Arabische Emirate.

BASF akquirierte im Jahr 2008 die folgenden Geschäfte:

  • Die Attapulgite Mining, Inc., Attapulgus/Georgia wurde am 26. September 2008 von BASF akquiriert. Mit der Übernahme des Geschäftes erlangt BASF den Zugang zu weiteren Attapulgit-Vorkommen. Attapulgit, ein Magnesium-Aluminium-Silikat, findet unter anderem Verwendung als Verdickungsmittel in Anstrichen.
  • Das Betonadditiv-Geschäft des chinesischen Unternehmens Kejie Admixture Science & Technology Co. Ltd. (Kejie) wurde am 15. Dezember 2008 von BASF übernommen. Kejie, als einer der führenden Produzenten von Betonadditiven in Guangzhou/China, verfügt über ein großes Portfolio an Betonadditiven und Zwischenprodukten.
  • Am 17. Dezember 2008 akquirierte BASF die Revus Energy ASA (Revus), Stavanger/Norwegen, ein an der Osloer Börse notiertes Öl- und Gasunternehmen mit Beteiligungen an 60 Lizenzen in Norwegen und Großbritannien im Rahmen eines öffentlichen Übernahmeangebots. Der Gesamtkaufpreis für 100 % der Anteile belief sich auf 558 Millionen €. Revus Energy ASA firmiert seit dem 22. Dezember 2008 unter dem Namen Wintershall Norge ASA.
  • Am 19. Dezember 2008 hat BASF die Übernahme der Sorex Holdings Ltd. (Sorex), Widnes/Großbritannien abgeschlossen. Sorex ist ein führender Hersteller von chemischen und nichtchemischen Markenprodukten zur professionellen Schädlingsbekämpfung. Der Übernahmevertrag schließt das US-amerikanische Unternehmen Whitmire Micro-Gen sowie die britische Sorex Ltd. mit ein.
  • BASF hat am 30. Dezember 2008 die Übernahme des weltweiten Geschäfts mit Polyurethan(PU)-Systemen für den Scheibenumguss von Recticel vollzogen. Die Transaktion umfasste patentierte aliphatische Verbindungen, die unter dem Namen COLO-FAST® bekannt sind.

Die folgende Übersicht zeigt die vorläufigen Kaufpreisallokationen der 2009 getätigten Akquisitionen. Die Auswirkung der endgültigen Kaufpreisallokationen der Revus- und der Sorex-Akquisition des Jahres 2008 auf die Konzernbilanz sowie die Änderungen der vorläufigen Kaufpreisallokationen sind separat dargestellt. Der Abschluss der Kaufpreisallokationen im Jahr 2009 führte nicht zu einer Anpassung der Konzernbilanz des Vorjahres.

  Download (Download XLS xls, 19 kB)

Auswirkung der Akquisitionen im Erwerbsjahr

 

 

 

 

2009

 

2008

 

Millionen €

%

 

End-
gültige Kauf-
preisallo-
kationen

Anpas-sungen

Vor-
läufige Kauf-
preisallo-
kationen

%

Langfristiges Vermögen

3.559

11,2

 

1.139

–38

1.177

4,0

Geschäfts- oder Firmenwert

571

11,3

 

373

–7

380

8,0

Übrige immaterielle Vermögenswerte

1.099

20,4

 

361

–4

365

7,1

Sachanlagen

1.766

10,8

 

336

–27

363

2,4

Finanzanlagen

–315

–10,6

 

Übriges Vermögen

438

22,0

 

69

69

4,3

Kurzfristiges Vermögen

2.009

10,3

 

141

3

138

0,6

davon Zahlungsmittel und -äquivalente

241

13,1

 

11

11

0,4

Vermögen

5.568

10,9

 

1.280

–35

1.315

2,6

 

 

 

 

 

 

 

 

Eigenkapital

93

0,5

 

5

5

.

Langfristiges Fremdkapital

2.788

13,3

 

455

–34

489

3,1

davon Finanzschulden

1.176

9,5

 

29

29

0,4

Kurzfristiges Fremdkapital

936

8,0

 

173

173

1,1

davon Finanzschulden

4

0,2

 

31

31

0,5

Kapital

3.817

7,4

 

633

–34

667

1,3

Auszahlungen für Akquisitionen

1.751

 

 

647

–1

648

 

Folgende weitere Aktivitäten wurden von der BASF im Jahr 2009 neben den Devestitionsauflagen im Rahmen der Ciba-Akquisition veräußert:

  • Am 12. März 2009 hat BASF das Geschäft mit Dickfilm- und Keramikfarbenprodukten für Elektronik- und Dekoranwendungen an Heraeus veräußert. Der von der Devestition betroffene Standort in East Newark/New Jersey wurde im Rahmen der Engelhard-Übernahme im Jahr 2006 erworben.
  • Am 1. April 2009 hat BASF das Pulverlackgeschäft für Hausgeräte, Haustechnik und Röhrenbeschichtung einschließlich der Pulverlack-Produktionsanlage in Verbania/Italien an Arsonsisi S.p.A., die Pulverlack-Sparte der italienischen Junghanns-Gruppe, veräußert. Des Weiteren devestierte BASF am 31. Dezember 2009 den Standort Ako/Japan und das damit verbundene Geschäft mit Schiffslacken an Kansai Paint, Co. Ltd. Die Aktivitäten waren dem Unternehmensbereich Coatings zugeordnet.
  • Am 31. Juli 2009 hat BASF den Verkauf des Standorts zur Herstellung von Prozesskatalysatoren in Nanjing/China mit der Süd-Chemie AG vollzogen. Der verkaufte Standort ist unabhängig vom BASF-Verbundstandort Nanjing. Am Standort waren rund 400 Mitarbeiter mit der Herstellung von Syngas-Katalysatoren, unter anderem für die Produktion von Ammoniak und Methanol, beschäftigt.
  • Im Laufe des Jahres 2009 hat BASF weitere Teile des Prämixgeschäfts, darunter Standorte in Spanien und Frankreich, veräußert. Prämixe sind eine Mischung aus Vitaminen und anderen Futtermittelzusatzstoffen für die Tierernährung. Die Aktivitäten waren dem Unternehmensbereich Care Chemicals zugeordnet.
  • Mit zwei weiteren Devestitionen innerhalb der Styrolwertschöpfungskette setzt die BASF die Restrukturierung ihres Bereichs Styrenics fort. Am 30. September 2009 hat BASF die Veräußerung des Polystyrolgeschäfts in Brasilien einschließlich der Produktionsanlagen an Companhia Brasileira de Estireno (CBE), eine Tochtergesellschaft von Unigel, abgeschlossen. Die Polystyrol-Anlage in São José dos Campos/Brasilien hat eine Kapazität von 190.000 Tonnen Polystyrol pro Jahr. Alle Mitarbeiter aus Produktion, Marketing und Vertrieb wurden vom Käufer übernommen. Des Weiteren hat BASF am 18. August 2009 die Styrol-Anlage in Ulsan/Korea an SK Energy, ein südkoreanisches Raffinerieunternehmen, verkauft. Der Vertrag umfasst die 320.000-Tonnen-Anlage, die sich innerhalb eines Produktionskomplexes von SK Energy befindet. Die Styrol-Anlage war seit Oktober 2008 wegen Überkapazitäten in den regionalen Märkten nicht mehr in Betrieb. Zum 31. Dezember 2009 bestand keine zur Veräußerung gehaltene Gruppe von Vermögenswerten und Schulden im Sinne der IFRS.

Folgende Aktivitäten wurden von der BASF im Jahr 2008 devestiert:

  • Im Laufe des Jahres 2008 hat BASF weitere Teile des Prämixgeschäfts veräußert, darunter Standorte in Japan, Taiwan, Chile und Kolumbien. Prämixe sind eine Mischung von Vitaminen und anderen Futtermittelzusatzstoffen für die Tierernährung. Die Aktivitäten waren dem Unternehmensbereich Care Chemicals zugeordnet.
  • Die BASF hat am 30. April 2008 den Verkauf des Standorts Shreveport/Louisiana inklusive der zugehörigen Arzneimittelherstellung an Dr. Reddy‘s Laboratories abgeschlossen. Die Aktivitäten waren dem Unternehmensbereich Care Chemicals zugeordnet.
  • Am 17. August 2008 hat BASF die Devestition des nordenglischen Standorts Seal Sands an INEOS Nitriles vollzogen. Am Standort Seal Sands werden die Zwischenprodukte Acrylnitril (AN), Adipodinitril (ADN) und Hexamethylendiamin (HMD) sowie einige Nebenprodukte hergestellt. Der Standort war dem Unternehmensbereich Performance Polymers zugeordnet.

Die folgende Übersicht zeigt die Auswirkung der Devestitionen der Jahre 2009 und 2008 auf die Konzernbilanz. Beim Umsatz wird der durch die Devestition verursachte Rückgang gegenüber dem Vorjahr dargestellt. Die Auswirkung auf das Eigenkapital betrifft im Wesentlichen Abgangsgewinne beziehungsweise -verluste aus der Devestition. Im Zusammenhang mit Devestitionen erfasste Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen sind nicht enthalten.

  Download (Download XLS xls, 18 kB)

Auswirkung der Devestitionen im Jahr der Veräußerung

 

 

 

2009

 

2008

 

Millionen €

%

 

Millionen €

%

Umsatz

–35

–0,1

 

–274

–0,4

 

 

 

 

 

 

Langfristiges Vermögen

–27

–0,1

 

–12

.

davon Sachanlagen

–15

–0,1

 

–11

–0,1

Kurzfristiges Vermögen

–15

–0,1

 

–24

–0,1

davon Zahlungsmittel und -äquivalente

–1

–0,1

 

Vermögen

–42

–0,1

 

–36

–0,1

 

 

 

 

 

 

Eigenkapital

22

0,1

 

30

0,2

Langfristiges Fremdkapital

 

davon Finanzschulden

 

Kurzfristiges Fremdkapital

–1

.

 

7

.

davon Finanzschulden

 

Kapital

21

.

 

37

0,1

Verkaufspreis

63

 

 

73

 

Seite zurück Seitenanfang Seite weiter