
„2010 wollen wir wieder profitabel
wachsen und eine Prämie auf unsere
Kapitalkosten verdienen.“
Dr. Jürgen Hambrecht
Vorsitzender des Vorstands der BASF SE
das vergangene Jahr hat uns Außerordentliches abverlangt. Die tiefste Rezession seit Kriegsende hat auch die BASF hart getroffen: Umsatz und Ergebnis sind stark gesunken. Wir haben aber schnell und entschlossen gehandelt: Unsere Produktion haben wir durch umfangreiche Anlagenabstellungen und
Mit außerordentlicher Flexibilität und Solidarität hat das BASF-Team weltweit zu diesem Erfolg beigetragen. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danke ich für diese besondere Leistung von Herzen. Die BASF hat die Krise dadurch besser bewältigt als viele ihrer Wettbewerber. Das sieht auch der Kapitalmarkt so: Die BASF-Aktie hat besser abgeschnitten als die wichtigsten Leit- und Branchenindizes. Unser Rekord-Cashflow und unsere stabile Finanzlage erlauben uns – trotz des auf Grund hoher Belastungen aus der Ciba-Integration knapp verfehlten Kapitalkostenziels – eine anspruchsvolle Dividende von 1,70 € pro Aktie vorzuschlagen.
Ich gehe davon aus, dass das Schlimmste hinter uns liegt. Die Wolken haben sich aber noch nicht verzogen: 2010 wird ein Übergangsjahr, in dem sich die Wirtschaft in den meisten Teilen der Welt nur langsam und ungleichmäßig erholen wird. Das Vorkrisenniveau werden wir voraussichtlich erst 2012 wieder erreichen. Für die BASF haben wir uns für das Jahr 2010 folgende Ziele gesetzt: Wir wollen wieder profitabel wachsen und eine Prämie auf unsere Kapitalkosten verdienen.
Maßnahmen, die langfristiges profitables Wachstum sichern
Unsere erfolgreiche Strategie setzen wir konsequent fort und gestalten aktiv unsere Zukunft. Mittelfristig konzentrieren wir uns unverändert auf Portfolioverbesserungen, Restrukturierung und Effizienzsteigerung sowie Produktinnovationen und den Ausbau unserer Geschäfte in Wachstumsmärkten. So können wir unsere Kunden mit besten Produkten und Lösungen versorgen und unsere Spitzenposition als The Chemical Company sichern.
Durch die Zukäufe in den zurückliegenden Jahren und organisches Wachstum ist unser Portfolio deutlich stabiler geworden. Das zeigt auch die Akquisition der Ciba: In wichtigen Arbeitsgebieten sind wir ein führender Anbieter in der Spezialitätenchemie geworden. Dieses neue Potenzial werden wir voll ausschöpfen. Bereits im laufenden Jahr rechnen wir mit Synergien aus den kombinierten Geschäften von 350 Millionen €, die bis Ende 2012 auf über 450 Millionen € pro Jahr ansteigen sollen.
Für den Wachstumsmarkt Asien haben wir uns ehrgeizige Ziele gesetzt. Wir wollen das jährliche Wachstum des Chemiemarkts um zwei Prozentpunkte übertreffen. Bei einem erwarteten Marktwachstum von 4 bis 5 % pro Jahr heißt das, den regionalen Umsatz bis 2020 zu verdoppeln.
Chemie, die Ökonomie und Verantwortung verbindet
Unseren wirtschaftlichen Erfolg verbinden wir mit gesellschaftlicher Verantwortung und dem Schutz der Umwelt. Dieser Gedanke ist fest in unserer Strategie verankert und schließt neben unseren Kunden auch andere Partner wie Lieferanten, Investoren, Mitarbeiter oder Nachbarn ein. Denn nachhaltige Unternehmensführung minimiert Risiken, fördert das Geschäft und trägt dazu bei, neue Chancen zu generieren.
Die hervorragende Platzierung in wichtigen Nachhaltigkeitsindizes und unser langjähriger Einsatz für die Prinzipien des Global Compact belegen, dass wir auch hier im Wettbewerb vorne liegen. So haben wir für das Geschäftsjahr 2008 unsere umfassende CO2-Bilanz aktualisiert. Sie belegt erneut, dass BASF-Produkte in ihrer Anwendung bei Kunden dreimal mehr Treibhausgasemissionen einsparen, als bei der Herstellung und Entsorgung aller BASF-Produkte emittiert werden. Und wir betreten neues Terrain: Im März vergangenen Jahres hat die BASF mit Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus ein Social Business, BASF Grameen Ltd., gegründet. Dieses Gemeinschaftsunternehmen hat eine bessere Gesundheitsversorgung sowie den Aufbau von Geschäftsmöglichkeiten für Menschen aus armen Bevölkerungsschichten in Bangladesch zum Ziel.
Sie sehen, wir bieten nicht nur Produkte und Systemlösungen an, sondern machen Chemie, die verbindet und dadurch Mehrwert schafft. Partnerschaftlich zu denken und zu handeln ist das Erfolgsmodell der BASF, Zukunft zu gestalten.
Globale Herausforderungen, die neue Lösungen brauchen
Wer morgen erfolgreich sein will, muss heute handeln. Das trifft ganz besonders zu für Marktchancen, die sich uns durch globale Veränderungen wie Bevölkerungswachstum, Verstädterung und steigenden Energiebedarf eröffnen. Lösungen für diese Herausforderungen zu entwickeln, sehe ich als entscheidende Basis für eine erfolgreiche Zukunft. Wir forschen beispielsweise gemeinsam mit Partnern an ertragreicheren Nutzpflanzen, neuartigen Dämmmaterialien und Solarzellen auf Basis organischer Halbleitermaterialien. Unsere Ausgaben für Forschung und Entwicklung haben wir aus diesem Grund nochmals leicht gesteigert. Das ist langfristige Zukunftsvorsorge und fester Teil unserer Strategie.
Wir wollen auch künftig die beste Chemie bieten, die für unsere Partner und für unsere Aktionäre Wert schafft. Dabei wird uns das Jahr 2010 vor harte Anforderungen stellen, für die wir gut gerüstet sind. Sie können gewiss sein: Meine Vorstandskollegen und ich werden uns zusammen mit dem weltweiten Team mit ganzer Kraft für die BASF einsetzen. Ich freue mich, wenn Sie uns auf diesem Weg weiter begleiten und unterstützen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Jürgen Hambrecht
Vorsitzender des Vorstands der BASF SE