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Letzte Aktualisierung: 11.03.2010
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Bestandteil des geprüften Konzernabschlusses beziehungsweise Konzernlageberichts

Entwicklung der chemischen Industrie

  • Chemieproduktion (ohne Pharma) infolge der weltweit schwachen Industrienachfrage stark rückläufig (–5,4 %)
  • Besonders drastische Abschwächung der Chemieproduktion (ohne Pharma) in Deutschland (–14,4 %), Japan (–10,9 %) und den USA (–6,1 %)
  • Anstieg der Rohstoffpreise im Jahresverlauf, ausgehend von niedrigem Niveau

Die Nachfrage nach Chemieprodukten ist während der aktuellen Wirtschaftskrise weltweit eingebrochen. Besonders schwer war die chemische Industrie im zweiten Halbjahr 2008 und im ersten Halbjahr 2009 von der schwachen Industrienachfrage betroffen. Die weltweite Chemieproduktion (ohne Pharma) nahm 2009 deutlich ab (–5,4 %).

Nachdem sie sich bereits 2008 verringert hatte (–1,8 %), sank die weltweite Chemieproduktion (ohne Pharma) im Jahr 2009 zum zweiten Mal in Folge. Dabei verlief der Produktionsrückgang in der chemischen Industrie nahezu parallel zu den Produktionsrückgängen in den Hauptabnehmerbranchen Bau, Auto, Elektro, Möbel und Papier.

Besonders drastisch sank die Chemieproduktion (ohne Pharma) in der Europäischen Union (–12,5 %), in Japan (–10,9 %) und in den USA (–6,1 %). Innerhalb der Europäischen Union nahm sie besonders deutlich in Deutschland ab (–14,4 %). In Südamerika war der Rückgang weniger stark (–1,8 %). Dagegen konnte sich die Chemieproduktion in Asien (ohne Japan) nach einem schwachen Wachstum im Jahr 2008 (+0,5 %) wieder erholen (+5,7 %).

Chemieproduktion (ohne Pharma) 2009
Reale Veränderung gegenüber Vorjahr

Chemieproduktion (ohne Pharma) 2009 (Balkendiagramm)

Entwicklung an den Rohstoffmärkten

Nach einem volatilen Verlauf im Jahr 2008 bewegten sich die Rohstoffpreise Anfang 2009 auf niedrigem Niveau. Trotz der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise und der daraus resultierenden geringen Nachfrage nach Rohstoffen stiegen die Preise im Jahresverlauf wieder an.

So erhöhte sich der Ölpreis im Laufe des Jahres 2009 von etwa 40 US$/Barrel auf über 75 US$/Barrel und erreichte damit das Niveau von Oktober 2007. Mehrmals im Jahresverlauf überstieg dabei der durchschnittliche Monatspreis für ein Barrel der Sorte Brent den Preis der in der Regel teureren US-amerikanischen Sorte WTI – eine Folge des massiven Nachfragerückgangs am US-amerikanischen Energiemarkt.

Die Preise für den Chemierohstoff Naphtha entwickelten sich nahezu parallel zum Ölpreis: Sie stiegen im Verlauf des Jahres von einem durchschnittlichen Niveau von 340 US$/Tonne im Januar auf deutlich über 600 US$/Tonne seit Oktober. Im Jahresdurchschnitt lag der Ölpreis mit etwa 62 US$/Barrel um gut 37 % und der Preis für Naphtha mit etwa 526 US$/Tonne um rund 33 % unter den Vorjahreswerten.

Der Gaspreis ist im Verlauf des Jahres 2009 sowohl in den USA als auch in Europa weiter gesunken, bevor er im vierten Quartal wieder stieg. Der US-amerikanische Gaspreis bewegte sich im Jahresdurchschnitt bei etwa 4 US$/mbtu. Erdgas war damit um mehr als die Hälfte günstiger als im Vorjahr. In Europa betrug der durchschnittliche Gaspreis dagegen auf Grund der Ölpreisbindung deutlich mehr als 8 US$/mbtu.
Prognose der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2010

Preisentwicklung für Rohöl (Brent) und Naphtha (US$/bbl, US$/t)

Preisentwicklung für Rohöl und Naphtha (Liniendiagramm)
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