Entwicklung der Absatzmärkte
- Erhöhte Planungsunsicherheit bezüglich einer wirtschaftlichen Erholung im Jahr 2010
- Volatilität und Risiken weiterhin hoch
- Refinanzierungsrisiko unserer Kunden bedeutet absatzmarktseitiges Risiko für unser Geschäft
- Begrenzen des Risikos durch operative Maßnahmen, wie enge Zusammenarbeit mit Kunden und optimale Produktionssteuerung
Entwicklung der Absatzmärkte: Für die BASF, deren Kunden in vielen Branchen tätig sind, stellen Veränderungen der Nachfrage naturgemäß Chancen und Risiken dar. Wir rechnen damit, dass es 2010 zu einer langsamen Erholung der Weltwirtschaft kommen wird. Insgesamt erwarten wir aber, dass Volatilitäten und Risiken weiterhin hoch sein werden. Es besteht zudem das Risiko, dass mit nachlassender Wirkung der Konjunkturprogramme sowie durch mögliche Leitzinserhöhungen der Bedarf der Zielmärkte langsamer wächst.
Mehr zum Ausblick auf 2010
Von einer zurückhaltenden Nachfrage bedeutender Abnehmerbranchen, wie der Bau- und der Automobilindustrie, und stärkerem Wettbewerb in den Absatzmärkten sind einige Unternehmensbereiche direkt betroffen. Auf andere Unternehmensbereiche wirkt sich dies indirekt über ein geringeres Wachstum der Nachfrage nach chemischen Grundprodukten aus.
Die Margen von Standardprodukten, wie beispielsweise in den Geschäften mit Crackerprodukten oder Kunststoffen, werden besonders durch den produktspezifischen Zyklus von Angebot und Nachfrage am Markt bestimmt. In Zeiten verminderter Nachfrage kann es somit dazu kommen, dass Rohstoffpreiserhöhungen nicht oder nur begrenzt an unsere Kunden weitergegeben werden können.
Auch von der Finanzkrise gehen Risiken für unsere Absatzmärkte aus. Wenn die Verfügbarkeit von Krediten für unsere Kunden zurückgeht und unsere Kunden sich deshalb nicht refinanzieren können, könnte dies ebenfalls unser Geschäft beeinträchtigen.
Risiken aus der Entwicklung der Absatzmärkte begegnen wir soweit möglich durch operative Maßnahmen: Zum Beispiel durch eine enge Zusammenarbeit mit Kunden und durch die optimale Steuerung unserer Produktion. Des Weiteren trägt unsere regionale und Branchendiversifizierung zur Risikoverminderung bei.
Risiken aus dem Aufbau von Überkapazitäten
- Produktspezifische Steuerung von Neubau und Erweiterung von Anlagen
- Devestition von Geschäften ohne ausreichende Möglichkeit zur Differenzierung von unseren Wettbewerbern
- Forschungsschwerpunkte auf innovativen Geschäftsfeldern, die wir auch über strategische Partnerschaften erschließen
Risiken aus dem Aufbau von Überkapazitäten: Auf Grund des Rohstoffkostenvorteils findet derzeit im Nahen Osten ein erheblicher Kapazitätsaufbau für Basischemikalien wie Ethylen und Propylen statt. Des Weiteren erfolgt in China die Inbetriebnahme großer petrochemischer Kapazitäten, so dass mit einem Rückgang chinesischer Importe zu rechnen ist. Global rechnen wir mit wachsenden Überkapazitäten.
Produktspezifisch steuern wir Neubau und Erweiterung von Anlagen gemäß dem erwarteten Bedarf und terminieren wartungsbedingte Abstellungen entsprechend. Wir devestieren Geschäfte, bei denen wir langfristig keine ausreichenden Möglichkeiten sehen, uns von unseren Wettbewerbern zu differenzieren. Um dauerhaft profitabel zu wachsen, setzen wir auf operative Exzellenz, Innovationen und Investitionen in Wachstumsmärkte. Unsere Forschungs- und Geschäftsschwerpunkte konzentrieren wir auf innovationsstarke Geschäftsfelder, die wir auch über strategische Partnerschaften mit wichtigen Kooperationspartnern erschließen.
Insgesamt gehören Risiken, die aus dem globalen und regionalen Wachstum unserer Kundenindustrien sowie dem Aufbau von Überkapazitäten resultieren, neben Rohstoffpreis- und Wechselkursvolatilitäten zu den drei größten Treibern für mögliche Planabweichungen.
Verfügbarkeit und Preisvolatilität von Rohstoffen
- Breites Portfolio und weltweite Einkaufsaktivitäten mindern Beschaffungsrisiken
- Verringerte Abhängigkeit vom Zukauf von Öl und Gas durch Beitrag des eigenen Öl-und-Gas-Geschäfts
- Einsatz von Warenderivaten, um Kostenrisiken zu mindern
Verfügbarkeit und Preisvolatilität von Rohstoffen: Risiken hinsichtlich der Verfügbarkeit von Rohstoffen sehen wir derzeit nicht. Das Risiko des Ausfalls einzelner Lieferanten ist jedoch im gegenwärtigen wirtschaftlichen Umfeld gestiegen.
Beschaffungsrisiken mindern wir durch ein breites Portfolio, weltweite Einkaufsaktivitäten sowie optimierte Verfahren zum Kauf zusätzlicher Rohstoffe auf den Spotmärkten. Wir vermeiden es – soweit möglich – Rohstoffe von einem einzigen Lieferanten zu beziehen. Wo dies nicht möglich ist, versuchen wir, Wettbewerb zu schaffen, oder gehen diese Beziehungen bewusst ein und bewerten die Auswirkung möglicher Ausfälle. Wir beobachten kontinuierlich die Bonität wichtiger Geschäftspartner – Kunden wie Lieferanten. Entsprechend gehen wir auch beim Einkauf von Dienstleistungen in den Bereichen Logistik und Technik vor.
Potenzielle Risikolieferanten in Bezug auf Umweltschutz-, Arbeitssicherheits- und Sozialstandards identifizieren wir in unserem Lieferkettenmanagement und vereinbaren Korrektivmaßnahmen.
Mehr zum Lieferkettenmanagement
Die Preisvolatilität von Einsatzstoffen, insbesondere von erdölbasierten Chemikalien, stellt für die BASF einen der drei Haupttreiber für Risiken und Chancen dar. Wir gehen davon aus, dass die Volatilität von Rohstoffpreisen zumindest kurzfristig über dem historischen Niveau liegen wird.
Unsere Abhängigkeit vom Ölpreis verringern wir durch den Beitrag unseres Öl-und-Gas-Geschäfts. Darüber hinaus mindern wir Kostenrisiken durch Warenderivate. Diese Maßnahmen dienen der Margensicherung, wenn stark steigende Rohstoffkosten erwartet werden, die bei verminderter Nachfrage nicht oder nur begrenzt über die Preise unserer Produkte weitergegeben werden können. Bei gegenläufiger Rohstoffpreisentwicklung können Aufwendungen entstehen.
Technische Risiken: Die Gewährleistung von Qualität und Verfügbarkeit unserer Produkte kann unvorhergesehene technische Maßnahmen erfordern. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass wir aus technischen Gründen oder um die Sicherheit der Anlagen zu gewährleisten, diese ungeplant abstellen müssen. Beispielsweise führen Hurrikan-Warnungen an unseren Standorten an der US-Golfküste zu vorsorglichen Abschaltungen. Technische Risiken minimieren wir durch die ständige Überwachung und Verbesserung von Anlagen und Verfahren sowie durch unseren weltweiten Produktionsverbund.

