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Letzte Aktualisierung: 11.03.2010
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Bestandteil des geprüften Konzernabschlusses beziehungsweise Konzernlageberichts

Weitere Risikofelder

Regulatorische und politische Risiken

  • REACH: Kostenintensive Test- und Registrierungsverfahren
  • Emissionshandel: Risiko einer Unterdeckung ab 2013
  • EU-Richtlinie über Industrieemissionen könnte Umrüstung von Anlagen erforderlich machen

Regulatorische und politische Risiken: Im Rahmen der am 1. Juni 2007 in Kraft getretenen europäischen Chemikalienverordnung REACH besteht das Risiko, dass unsere europäischen Kunden und wir durch die kostenintensiven Test- und Registrierungsverfahren gegenüber außereuropäischen Wettbewerbern benachteiligt werden.

Im Rahmen des EU-Emissionshandels wurden der BASF-Gruppe in der zweiten Handelsperiode von 2008 bis 2012 Emissionszertifikate zugeteilt. Gegenwärtig erwarten wir für unsere Aktivitäten in Europa insgesamt keine Unterdeckung an Zertifikaten in dieser zweiten Handelsperiode. Die konkrete Ausgestaltung des europäischen Emissionshandels ab 2013 ist jedoch noch unklar. Je nach endgültiger Ausgestaltung der Ausführungsbestimmungen wird der Zukaufsbedarf für die BASF mehrere Millionen Zertifikate jährlich betragen. Abhängig vom börslichen CO2-Zertifikatspreis wird dies eine Auswirkung auf unsere Kostenposition und damit die globale Wettbewerbssituation haben.

Durch die Novellierung der EU-Richtlinie über Industrieemissionen (IED) bis 2010/2011 drohen Mehraufwendungen für das Reporting und die Umrüstung existierender Anlagen.

Risiken gehen weiterhin von einer Verschärfung geopolitischer Spannungen, einer Destabilisierung politischer Systeme und der Errichtung von Handelsschranken (Zölle, Embargo-Maßnahmen) aus. Insgesamt sehen wir für das Eintreten regulatorischer und politischer Risiken eine niedrige Wahrscheinlichkeit; die finanziellen Auswirkungen sind kurzfristig als gering, mittelfristig aber als erhöht einzustufen.

Forschungs- und Entwicklungsrisiken

  • Risiken der vorzeitigen Einstellung von Projekten, Budgetüberschreitung und Nichtzulassung von Produkten zur Vermarktung, gemindert durch Wissensverbund und enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden
  • Frühzeitiger Dialog mit Kunden und Verbrauchern über neue Technologien

Forschung und Entwicklung: Wegen der hohen Komplexität und Unsicherheit chemischer und biologischer Forschung besteht das Risiko, dass Projekte nicht fortgeführt werden, es zu Budgetüberschreitungen kommt oder dass für entwickelte Produkte die Zulassung zur Vermarktung nicht erteilt wird. Hier wirken wir durch unseren weltweiten Wissensverbund, die Zusammenarbeit mit Partnern und Kunden sowie durch unseren Innovationsprozess entgegen. Im Rahmen unseres Projektma

nagements werden Effizienz, Erfolgschancen und Rahmenbedingungen der Forschungsprojekte in den verschiedenen Phasen von der Ideenfindung bis zur Produkteinführung fortlaufend überprüft. Für die erfolgreiche Einführung neuer Technologien ist das Vertrauen von Kunden und Verbrauchern unverzichtbar. Deshalb treten wir bereits in einem frühen Stadium der Entwicklung in den Dialog mit Interessengruppen. Einen wesentlichen Beitrag zum langfristigen Risikomanagement leistet der Abgleich der strategischen Ziele mit dem Forschungsportfolio als Teil der strategischen Planung und des strategischen Controllings.
Mehr zum Stakeholder-Dialog

Exploration: Auch in der Öl- und Gas-Exploration bestehen Chancen und Risiken. Durch geologische Unsicherheiten kann die Suche und Erschließung von Erdöl- und Erdgasvorkommen mehr oder weniger erfolgreich als geplant verlaufen. Durch ein ausgewogenes Explorationsportfolio mindern wir dieses Risiko.

Personal

  • Mit dem Programm „Generations@Work“ begegnet die BASF der demografischen Entwicklung
  • Weiterentwicklung der Arbeitgebermarke, um im internationaler Wettbewerb um hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte zu bestehen
  • Initiative „Diversity + Inclusion“ zur Förderung von Internationalität und Vielfalt

Personal: Engagierte und kompetente Mitarbeiter bilden die Grundlage für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg der BASF. Unser Ziel ist, das beste Team der Industrie zu bilden. Durch den internationalen Wettbewerb um hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte, der durch die demografische Entwicklung noch verstärkt werden wird, besteht das Risiko, dass offene Stellen nicht oder nur verzögert mit geeigneten Bewerbern besetzt werden können. Der Know-how-Verlust durch überproportional hohe altersbedingte Abgänge in Nordamerika und Europa sowie das vergleichsweise hohe Niveau an ungewollter Fluktuation in Asien kann zu Geschäftsbeeinträchtigungen führen. Nach der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Jahr 2009 wird sich der stetige Anstieg des Wettbewerbs um Fach- und Führungskräfte schnell fortsetzen. In Europa sind hiervon insbesondere die ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fachrichtungen betroffen. Hier ist bereits heute eine Verknappung auf der Angebotsseite spürbar.

Mit den globalen Programmen Generations@Work, Diversity + Inclusion, der Weiterentwicklung unserer Arbeit gebermarke (Employer Branding) und verstärkter Personalentwicklung sowie ergänzenden regionalen Initiativen begegnen wir diesen Risiken. Diese Maßnahmen zielen gleichermaßen auf eine effektive Personalgewinnung und -bindung.
Mehr zu den einzelnen Initiativen und unseren Zielen

Insgesamt schätzen wir das Risiko einer Beeinträchtigung unserer Geschäftsentwicklung durch den Verlust von Führungskräften und Mitarbeitern als signifikant ein. Mittel- bis langfristig erwarten wir zudem ein Ansteigen dieses Risikos und begegnen dieser Entwicklung bereits heute mit den oben genannten Maßnahmen und verstärkten Investitionen in Personalmarketing und Personalentwicklung.

Risiken aus Akquisitions- und Investitionsentscheidungen: Akquisitions- und Investitionsentscheidungen beinhalten in ihrer Umsetzung komplexe Risiken. Die Bewertung von Risiken und Chancen spielt bereits bei der Prüfung potenzieller Akquisitionsziele eine wesentliche Rolle. Eine detaillierte Analyse und Quantifizierung erfolgt im Rahmen der Due Diligence. Risiken sind beispielsweise: erhöhte Personalfluktuation, eine verzögerte Realisierung von Synergien oder die Übernahme von im Vorfeld nicht exakt quantifizierbaren Verpflichtungen. Umsetzung und Nachkontrolle erfolgen deshalb nach festgelegten Prozessen. Naturgemäß unterliegen die akquirierten Geschäfte den allgemeinen Marktrisiken und geschäftsspezifischen Risiken. Deshalb werden akquirierte Geschäfte zeitnah in den BASF-Risikomanagement-Prozess integriert. Bei den unlängst erworbenen Geschäftsaktivitäten von Ciba ist dies bereits größtenteils geschehen.

Rechtliche Risiken

  • Zentrales Vertragsmanagement und gruppenweites Compliance-Programm
  • Einheit Global Intellectual Property überwacht geistige Eigentumsrechte
  • gebermarke (Employer Branding) und verstärkter Personalentwicklung sowie ergänzenden regionalen Initiativen begegnen wir diesen Risiken. Diese Maßnahmen zielen gleichermaßen auf eine effektive Personalgewinnung und -bindung.

Rechtliche Risiken: Zur Beurteilung von Risiken aus laufenden Rechtsstreitigkeiten und -verfahren sowie eines etwaigen Rückstellungsbedarfs werden neben der eigenen Analyse und Bewertung der Sachverhalte und geltend gemachten Ansprüchen im Einzelfall auch die Ergebnisse vergleichbarer Verfahren und unabhängige Rechtsgutachten herangezogen sowie Annahmen über Eintrittswahrscheinlichkeiten und Bandbreiten möglicher Inanspruchnahmen getroffen. Die tatsächlichen Belastungen können von diesen Einschätzungen abweichen.

Risiken aus möglichen Rechts- oder Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch ein zentrales Vertragsmanagement und ein konzernweites Compliance-Programm.
Mehr zum konzernweiten Compliance-Programm unter Verhaltenskodex und Compliance und unter Grundwerte und Leitlinien

Des Weiteren überwacht die Einheit Global Intellectual Property der BASF SE zusammen mit den entsprechenden Einheiten der BASF Corporation in den USA und der BASF Coatings in Münster die Gesamtheit der geistigen Eigentumsrechte der BASF. Es ist unser Ziel, mit Hilfe von umfangreichen Abgrenzungsrecherchen Patent- und Lizenzkonflikte weitestgehend zu vermeiden.

Auf Grund der getroffenen Maßnahmen stufen wir die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Schadens als gering und eine potenzielle Ergebnisauswirkung als mittel ein.

Nachhaltigkeit

  • Selbstverpflichtung zu Umweltschutz und gesellschaftlich verantwortungsvollem Handeln
  • Einhaltung von Standards durch Monitoringsysteme gewährleistet
  • Globales Managementsystem zur Früherkennung wichtiger Themen
  • Kontinuierlicher Austausch mit Interessengruppen

Nachhaltigkeit: Die BASF bekennt sich dazu, den Schutz der Umwelt und gesellschaftlich verantwortungsvolles Handeln in die Geschäftstätigkeit zu integrieren. Verstöße gegen unsere Selbstverpflichtungen im Rahmen der Nachhaltigkeit oder gegen Gesetze stellen ein Reputationsrisiko dar und können zu operativen und strategischen Risiken führen. Um Risiken und Chancen aus Nachhaltigkeitsaspekten frühzeitig erkennen zu können, haben wir ein globales Themenmanagement für Nachhaltigkeit eingeführt. Die Ergebnisse werden dazu genutzt, Veränderungsprozesse im Unternehmen anzustoßen, um auf etwaige Risiken vorbereitet zu sein und Chancen entsprechend nutzen zu können. Um das Einhalten von Gesetzen und unserer Selbstverpflichtungen in den Bereichen Umwelt, Sicherheit und Gesundheit sowie Arbeits- und Sozialstandards überprüfen zu können, haben wir globale Monitoringsysteme etabliert. Diese beziehen unternehmensübergreifend auch unsere Lieferkette mit ein.

Wir stehen im kontinuierlichen Austausch mit den relevanten Interessengruppen, um die gesellschaftliche Akzeptanz unserer Geschäftsaktivitäten sicherzustellen.
Mehr zu den Monitoringinstrumenten

Informationstechnologie: Risiken resultieren vor allem aus der Nichtverfügbarkeit von IT-Systemen und Anwendungen, der verzögerten Bereitstellung wichtiger Daten, dem Verlust oder der Manipulation von Daten und der Offenlegung vertraulicher Informationen. Dieses kann zu negativen Konsequenzen für die jeweiligen Geschäftsprozesse führen.

Um derartige Risiken zu minimieren, verfügt die BASF über stabile und redundant ausgelegte IT-Systeme, Back-up-Verfahren, Viren- und Zugangsschutz, Verschlüsselungssysteme sowie integrierte, gruppenweit standardisierte IT-Infrastrukturen und Anwendungen. Die im Einsatz befindlichen Systeme zur Informationssicherheit werden permanent geprüft und fortlaufend aktualisiert. Zudem werden alle Mitarbeiter regelmäßig im Informations- und Datenschutz geschult. Das IT-Risikomanagement erfolgt über einheitliche Regeln bei Organisation und Anwendung sowie ein darauf aufbauendes internes Kontrollsystem.

Die Wahrscheinlichkeit einer Gefährdung unserer IT-Systeme schätzen wir auf Grund der getroffenen Maßnahmen als gering ein, eine potenzielle Auswirkung aber als hoch.

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